Klimaschutz schützt Mensch und Natur Sommerakademie findet guten Zuspruch bei Senioren

In der letzten Juliwoche widmete sich die Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental mit Ihrer Schwesternakademie Donau-Oberschwaben und dem Biosphärengebiet Schwarzwald drei Tage lang dem Thema Klimaschutz.

„Wir wollen miteinander in Kooperationen und Netzwerken tätig sein!

Unsere Angebote sind regional verankert und weltoffen!“ zitierte Vorsitzender Peter Kiefer in seiner Begrüßung aus dem Programm der Seniorenakademie.

Hintergründe und Perspektiven erfahren, grundlegendes Wissen erlangen oder vertiefen und konkrete Beispiele für eigenes Handeln nutzen, das entspricht ganz dem Slogan der Seniorenakademie und schließt sich damit der Position der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) an:

Jung und Alt stehen gemeinsam dafür ein, Veränderungen zu wagen und dem Umwelt- und Klimaschutz in den kommenden Jahren die höchste Priorität einzuräumen. Die BAGSO unterstützt das große Engagement der Jüngeren, die für gute Klimaschutzpolitik demonstrieren, dafür werben und streiten. Sie lädt auch die Älteren ein, sich aktiv zu beteiligen und zu engagieren.“ Dass das Thema „Klimaschutz ist Natur- und Menschenschutz dann solch eine Brisanz durch die schlimmen Unglücke der vergangenen Wochen erfahren hat, bestärkt die Veranstalter und Teilnehmer:innen in Ihrem Engagement.

Prof. Thomas Schempf von der SRH Fernhochschule – The Mobile University, die sich ebenso der Nachhaltigkeit verpflichtet und auch Studiengänge dazu anbietet, konnte in einem historischen Rückblick deutlich machen, dass Klimaschutz keine Zeit mehr hat und dass Klimaschutz global gelingen muss. „Nicht die Natur ist eine Gefahr für den Menschen - es ist genau umgekehrt“ war 1972 bereits im Bericht des Club of Rome zu lesen. Nachhaltigkeit ist dabei ökologisch, ökonomisch und sozial zu denken. Genau dies wird aus den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN deutlich und diesen Zielen widmet sich auf das Biosphärengebiet Schwarzwald: Mensch, Natur und Kultur sollen im Einklang leben können.

Mit Philipp Lotte, dem Klimamanager des Landkreises Lörrach wurde das Thema Klimaschutz dann schnell konkret. Was können Bürger und Kommunen jetzt tun. Viel Luft nach oben ist noch bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen, so Philipp Lotte. Hier

unterstützt der Landkreis mit einem eigenen Programm, an dem sich 17 Gemeinden beteiligen.

Klimaschutz ist Naturschutz. Dies verdeutlichte Walter Kempkes, Geschäftsführer des Biosphärengebiets am zweiten Tag und zeigte die vielfältigen Aktivitäten im Biosphärengebiet auf.

„Der Kuckuck wird sein Ei nicht los!“ mit dieser Überschrift zeigte Christoph Huber, Referent und stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle beispielhaft das sensible Zusammenspiel in der Natur auf, dass durch den Klimawandel zerstört wird. Bis der Kuckuck aus dem Süden zurück ist, haben die Wirtsvögel ihre Eier bei uns schon ausgebrütet und nehmen das Kuckucksei nicht mehr an.

Moore nehmen nur 3 % der Erdoberfläche ein, speichern aber zweimal so viel CO2 wie alle Wälder zusammen. Weltweit wurden 0.4 % der Moore zerstört, das sind 5 % des weltweiten CO2 Anstiegs. Mit diesen beeindruckenden Zahlen machte sich die Teilnehmer:innengruppe am zweiten Tag zu ihrer Exkursion zum Nonnenmattweiher auf. Hier wurde sie von den zukünftigen Biosphären-Guides empfangen, die ihnen an verschiedenen Stationen Fauna, Flora und Moor vor Ort näherbrachten. Ranger Florian Schmidt zeigte die Bedeutung der Kernzone im Biosphärengebiet auf, die direkt an den Nonnenmattweiher anschließt.

Mit Claudia Möller von der Landeszentrale für politische Bildung schärften die Teilnehmer:innen am letzten Tag noch einmal Ihren Blick für die globalen Zusammenhänge. Claudia Möller arbeitete selbst in China und konnte hier in entlegenen Gegenden selbst beobachten wir Batterien von E-Autos „entsorgt“ werden. Klimaschutz ist Menschenschutz. Bis 2050 wird es 143 Millionen Klimaflüchtlinge geben. Starkregen und längere Trockenzeiten werden heute noch genutzte und bewohnte Gegenden auf der Welt unbewohnbar machen. Wenn das Eis in der Arktis schmilzt, wird es neue Schiffsrouten geben und Rohstoffe zugänglich werden. Ein Kampf um den Nordpol wird die Folge sein.

Neben diesen spannenden Vorträgen blieb Zeit zu Diskussion und Austausch, Herr Dieter Giehmann von der Seniorenakademie Donau-Oberschwaben zeigte in Vertretung von Linda Ammon von der Allianz für Beteiligung zudem auf, wie sich Einzelne und Gruppen für den Klimaschutz vor Ort engagieren können.

Ein Markt der Möglichkeit am dritten Tag brachte weitere konkrete Beispiele: Vertreter von Upcycling Lörrach, der solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Möhreblick Kürnberg und der Eine Weltladen aus Zell brachten alle in einen regen Austausch.

Aufgelockert wurden die angeregten Diskussionen am ersten Abend noch durch die Zähnef(l)etscherei mit Fam. Fetscher aus Schopfheim, die mit ihrem kabarettistischen Programm das Thema Klimaschutz und Senioren mit spitzer Zunge aufgriffen.

Rundum eine gelungene Veranstaltung, die im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden wird. Dann lädt die Seniorenakademie Donau-Oberschwaben zum Thema Wasser vom 19 bis 21.7.2022 nach Riedlingen an der Donau ein.

Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental e.V ist ein gemeinnütziger Verein. Informationen www.seniorenakademie-hw.de

Bildnachweis

Unterwegs am Nonnenmattweiher Bild privat

Packende Vorträge und intensive Diskussionen in den Räumen der Seniorenakademie in Zell im Wiesental Christine Zeller

Spannende Vorträge und Diskussionen in der Sommerakademie in Zell
Exkursion zum Nonnenmattweiher